Travel and Work in Australien - Ein Ticket nach "einfach weg" bitte!

Koala in Australien klammert sich am Baum fest.

Ich hatte gerade meine Abi-Phase überstanden und wusste noch nicht so recht, wie es weitergehen sollte. Wie viele meiner Freunde stand ich vor allerhand Möglichkeiten, Entscheidungen und hohen Ansprüchen an mein Leben, das jetzt so richtig beginnen sollte. Mit meinen Eltern war ich schon früher viel gereist, neben Deutschlands Nachbarländern hatten wir auch Kanada und Ägypten bereist. Deshalb stand eines fest: Bevor ich mich wieder hinsetzte und für eine Ausbildung oder gar fürs Studium lernte, brauchte mein Kopf erst einmal eine Auszeit. Und das am liebsten so weit weg wie nur möglich.

Ich ließ mich schnell von Australien begeistern, denn es war erstens sehr weit weg, zweitens fremd und drittens ein warmer Kontinent. Meine einzige Sorge war die englische Sprache. Schon in der Schule versuchte ich Fremdsprachen zu vermeiden. Noch in den letzten Wochen meiner Schulzeit berichtete ich dann meiner Englischlehrerin stolz, dass ich nach Australien fliegen würde. Sie reagierte geschockt und sagte, dass ich dort sicher verlorengehen würde. Wie gerne würde ich ihr heute berichten, wie falsch sie doch lag, selbst mit geringen Englischkenntnissen konnte ich mich immer irgendwie ausdrücken, klar machen, wohin oder was ich wollte.

Surfer in Australien vor dem Sonnenuntergang.Ich informierte meine Eltern über meinen Wunsch, nach Australien zu gehen. Und gemeinsam suchten wir uns eine Organisation aus, die mich auf meiner großen Reise begleiten sollte. Es kristallisierten sich schnell die wichtigsten Kriterien heraus: eine 24-Stunden-Notfall-Hotline, Betreuung in den ersten Tagen und Bearbeitung von Papierkram. So entschied ich mich schnell für die Organisation „Step-in“. Und – schneller als gedacht – stand plötzlich das Abreisedatum fest. Die Organisation stellte auch eine Reiseversicherung zur Verfügung, was uns einiges erleichterte. Zusätzlich konnte man auch noch Zwischenstopps buchen. So kam es, dass ich auf dem Hinflug zwei Tage in Singapur verbrachte und auf der Rückreise einen viertägigen Stopp auf Hawaii machte.

Dann ging das große Packen los. Was würde ich da wohl alles brauchen? Doch lasst euch eines sagen: So viele Gedanken, wie ich sie mir gemacht habe, braucht sich wirklich keiner zu machen. Sagt euch einfach immer: Dort leben auch Menschen, die brauchen das Gleiche wie du und ich. Also kann ich da auch alles kaufen.

Da mir aber klar war, dass ich auch mal auf einer Farm mitten im Outback arbeiten wollte, sorgte ich dafür, dass ich feste Arbeitsschuhe hatte und eine sehr „sexy“ Sipperhose, die sich später tatsächlich als praktisch erwies. Schwimmsachen, Schlafanzug, Flip Flops und los. Und speziell an die Mädels unter euch: Vergesst das Make-up. Erstens werdet ihr so schwitzen, dass es nicht hält, und zweitens wird sich eure Hautfarbe so verändern, dass der Ton nicht mehr passt.

Durch meine Organisation wusste ich schon, wie meine erste Woche aussehen würde. Trotzdem war mir kurz vor dem Abflug doch ein wenig flau im Magen, aber die Freude auf die ganzen Erlebnisse, die vor mir lagen, verdrängte alle dunklen Gedanken. Freunde und Familie brachten mich zum Flughafen und nach einem dramatischen Abschied saß ich endlich im Flugzeug.

Am menschenleeren Strand in AustralienMeine Reise nach Australien liegt jetzt schon ein Jahr zurück und ich gucke voller Freunde auf eine grandiose Zeit zurück. Da ich drei Monate auf einer Farm gearbeitet habe, habe ich ein zweites „Work and Holiday Visa“ bekommen und werde nach meinem Studium noch einmal nach Australien reisen.

Mein Rat an alle: Jeder, der auch nur ein kleines Bisschen Fernweh nach dem Abitur verspürt, sollte dem sofort nachgehen. Man erlebt so viel, verändert sich, entwickelt sich weiter und bekommt Erinnerungen, die ein nie wieder jemand nehmen kann. Und alle Sorgen oder Bedenken lassen sich mit einem einfachen Satz entkräften: Es haben Tausende vor dir gemacht, warum solltest du dir das entgehen lassen?

- anonym eingereicht

Bild 1: Koala, Australia. alfotokunst.