Sprachreise nach Ravenna / Italien - Erfahrungsbericht

Zwischen Abitur und Studium sollte es für ein halbes Jahr ins Ausland gehen. So viel stand fest. Aber wohin? Mein Englisch war schon recht gut und ich hatte Lust auf eine romanische Sprache. Als zweite Fremdsprache hatte ich in der Schule Spanisch gewählt. Aber irgendwie ist meine Wahl dann doch auf Italien gefallen. Warum, kann ich gar nicht genau sagen. Vielleicht lag es daran, dass ich den vergangenen Urlaub mit meinen Eltern in Neapel und auf Capri verbracht hatte. In einem auf Sprachreisen spezialisierten Reisebüro ließ ich mich zusammen mit meinen Eltern ausführlich beraten. Rom oder Florenz waren meine ersten Ideen. Doch zum Erlernen einer neuen Sprache eignen sich kleinere Städte viel besser, hatte man uns im Reisebüro versichert. Die Wahl viel daher auf Ravenna. Eine Stadt mit knapp 160.000 Einwohner an der nördlichen Adriaküste.

Eine kleine, sonnenbeschienene Einkaufsgasse in Ravenna. Mehrere Passanten bummeln entspannt.
Die malerischen Gassen von Ravenna laden zum Bummeln nach dem Sprachunterricht ein.

Vorbereitung auf die Sprachreise – easy, dank Reisebüro

Alles, was zwischen unserem Termin in der Agentur und meiner Abreise nach Italien zu organisieren war, hat das Reisebüro übernommen. Für mich hieß es irgendwann im Sommer einfach: Abflug! Mit viel Gepäck ging es also mit dem Flugzeug von Hamburg nach Rimini und von dort aus mit dem Transfer in meine Gastfamilie. Ich hätte gern von Anfang an in einer WG gewohnt, meine Eltern hatten jedoch darauf bestanden, zumindest die ersten Wochen in einer Gastfamilie zu leben. Zurückblickend war das eine sehr gute Entscheidung.

Die größte Herausforderung? In der Freizeit möglichst wenig Deutsch sprechen!

Unterricht im Klassenzimmer der Sprachschule. Schüler arbeiten, die Lehrerin geht rum und beantwortet Fragen.
Der Sprachunterricht ist intensiv, man lernt unglaublich viel!

Am ersten Schultag fand ein Einstufungstest an der „Scuola Palazzo Malvisi“ statt und danach wurden wir auf die entsprechenden Klassen verteilt. Fremd fühlte man sich hier zu keiner Zeit. Ganz im Gegenteil: 60 Prozent der Schüler kamen aus Deutschland, Österreich oder der Schweiz. So bestand die große Herausforderung darin, in der Freizeit möglichst wenig Deutsch zu sprechen. Anschluss zu finden war ebenfalls sehr einfach. Da die meisten Schüler allein anreisten und für längere Zeit in Italien blieben, war die Kontaktbereitschaft sehr groß. Und wenn es Probleme gab – ganz gleich ob in der Schule oder mit der Gastfamilie – Direktorin Matilde und Assistentin Milva waren immer zur Stelle. Und fanden immer eine Lösung.

Der Fortschritt beim Lernen war beeindruckend. Hatten wir uns zum Beginn der Schulzeit noch mit Händen und Füßen verständigt, so war nach drei Monaten die Sprache schon sehr flüssig. Vorausgesetzt man hatte nachmittags fleißig Grammatik und vor allem Vokabeln gepaukt. Rund 20 Vokabeln waren es fast jeden Tag. Nach drei Monaten kam aber auch erstmals leichtes Heimweh auf. Der Sommer neigte sich dem Ende, die Tage wurden kürzer und die Anzahl der Schüler schrumpfte, je näher der Winter rückte. Ende November war es dann auch so weit: die Schule schloss für die Winterferien und eine kleine Gruppe von Schülern nahm an einer sehr emotionalen Abschiedsrunde teil. Adressen wurden ausgetauscht, letzte Fotos gemacht und nicht wenige Tränen flossen. Nach so langer Zeit im Ausland waren wir alle froh die Rückreise anzutreten, aber der Abschied war herzzerreißend.

Ach ja, wie lebt es sich eigentlich in Italien?

Der Strand von Ravenna, mit blauem, wolkenlosen Himmel und vielen, vielen Sonnenliegen und -schirmen.
Wolken sind heute aus.

Gut muss ich sagen, ausgesprochen gut. Sonne, Strand und Meer waren begleitet von Espresso, Vino und Pasta. Müßiggang und Lebensfreude prägten unser „Dolce Vita“. Die Gastfamilien waren herzlich und fürsorglich. Das typische Chaos, das man in Italien eventuell im Alltag erwartet, gab es hier nicht. In Neapel oder auf Sizilien mag das vielleicht anders sein, aber hier im Norden sind die Italiener sehr gut organisiert und ordnungsliebend. Für einen Nordeuropäer sicherlich eine gelungene Mischung, die den Einstieg in das gesellschaftliche Leben sehr einfach machte.

Die Sprachschule in Italien

Scuolo Palazzo Malvisi Ravenna
Via De Gasperi, 5
48121 Ravenna – Italia
Telefonisch: + 39 0544 38199
E-Mail: ravenna@scuolapalazzomalvisi.com
www.palazzomalvisi.com